Tierklinik St. Pölten / Restriktive Kardiomyopathie
Restriktive Kardiomyopathie2020-04-03T13:20:53+00:00

Dr. Melanie Hutter

Kardiologie und Endokrinologie

Restriktive Kardiomyopathie (RCM)

Zusammenfassung

Die Restriktive Kardiomyopathie ist eine Erkrankung, welche durch eine Versteifung des Herzmuskels gekennzeichnet ist. Sie ist neben der HCM eine der häufigsten erworbenen Herzerkrankungen der Katze.

Definition

Da diese Erkrankung auf Englisch “restrictive cardiomyopathy” heißt, wird sie auch im Deutschen als RCM bezeichnet. Es können sich die gesamte linke und/ oder rechte Kammer oder auch nur Teilabschnitte – bei gleichbleibender Dicke – versteifen. Das Herz kann sich in weiterer Folge nicht mehr ausreichend mit Blut füllen (schwerwiegendes diastolisches Füllungsproblem). Ein Lungenödem bzw. Bauch/- Brusthöhlenerguss kann die Folge sein.

Ursache

Bei der restriktiven Kardiomyopathie kommt es zu Bindegewebseinlagerungen in den Herzmuskel, wodurch sich dieser versteift. Die genaue Ursache dafür ist unbekannt. Katzen mit einer hypertrophen Kardiomyopathie können im Krankheitsverlauf eine RCM entwickeln.

Es werden 2 Formen der RCM unterschieden:

1) Myokardiale Form: das Myokard= der Herzmuskel ist hauptsächlich  von einer Fibrose betroffen

2) Endomyokardiale Fibrose: die innerste Schicht der Herzwand (=Endokard) ist von starken Bindegewebseinlagerungen betroffen

Es sind keine Rasseprädispositionen bekannt, sodass auch normale Hauskatzen von dieser Erkrankung betroffen sein können.

Symptome

Die Symptome können unspezifisch sein, sodass die Erkrankung in der Regel erst im späteren Krankheitsverlauf diagnostiziert wird. Klassische Symptome sind Atemnot, Hecheln, Schwäche, Inappetenz oder ein umfangsvermehrtes Abdomen. Husten ist kein Symptom herzkranker Katzen!

Diagnose

Bei der Auskultation (dem Abhören der Herztöne) kann eine hohe Herzfrequenz mit Galopprhythmus oder Arrhythmien festgestellt werden.

Die Diagnose der RCM kann nur mittels Herzultraschall gestellt werden. Röntgenbilder des Thorax können Veränderungen der Herzgröße – vor allem Vergrößerung beider Vorhöfe – zeigen. Bei einem sehr weit fortgeschrittenem Stadium können z.B. ein Lungenödem und/oder Brust- oder Bauchhöhlenerguss mittels Röntgen bestimmt werden.

Therapie

Die Therapie ist abhängig vom Schweregrad der RCM. In der Regel wird mit ACE-Hemmer und ggf. mit Entwässerung therapiert. Bei stark vergrößertem Vorhof besteht ein intrakardiales Thromboserisiko, sodass Clopidogrel als Thromboseprophylaxe gegeben wird.

Quellen

  • Tierkardiologie LMU
  • Praxis der Kardiologie von Hund und Katze; Modler et al.