Tierklinik St. Pölten / Durchfall bei der Katze
Durchfall bei der Katze2020-04-03T11:39:20+00:00

Mag. Sarah Hofmeister

Allgemeinmedizin, innere Medizin

Durchfall bei der Katze

Zusammenfassung

Durchfall (= Diarrhoe) ist bei unseren vierbeinigen Lieblingen keine Seltenheit. Sehr viele Gründe kommen als Ursache für zu dünnflüssigen Kot in Frage. Durchfall alleine ist keine Krankheit, sondern ein Symptom und muss daher genau medizinisch abgeklärt werden, damit keine schwerwiegende Grunderkrankung übersehen wird.

Was muss ich als Besitzer beachten?

Als Besitzer sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Wie oft am Tag zeigt meine Katze Kotabsatz?
  • Ist das Kotvolumen vermehrt?
  • Wann hat der Durchfall begonnen?
  • Welche Farbe hat der Kot (Ist Blut oder Schleim dabei?)
  • Habe ich vor kurzem Futter umgestellt?
  • Hatte meine Katze vor Kurzem Kontakt zu anderen Tieren?
  • Zeigt meine Katze sonstige Symptome wie Gewichtsverlust oder Erbrechen?

Teilen Sie Ihre Beobachtungen Ihrem Tierarzt oder Tierärztin mit, damit dieser/e sich ein genaues Bild Ihrer Katze machen kann.

Ursachen

Wie bereits erwähnt sind Gründe für Durchfall sehr vielseitig. Im Folgenden werden häufige Ursachen aufgezählt:

  • Futtermittelunverträglichkeit
  • Entzündliche Darmerkrankung (Inflammatory Bowel Disease)
  • Parasiten (Tritrichomonas foetus, Giardien, Cystoisosporen)
  • Bakterien (E.coli, Salmonellen)
  • Viren (FIV, FeLV, FPV, Corona)
  • Hyperthyreose
  • Neoplasien
  • Bauchspeicheldrüsenentzündungen (Pankreatitis)
  • Leber- und Niereninsuffizienz

Diagnose

Um auf eine genaue Diagnose zu kommen, müssen einige Untersuchungen durchgeführt werden. Durch länger andauernden Durchfall kommt es in den meisten Fällen zu Dehydratation Ihres Tieres. Die Tiere verlieren viel Flüssigkeit und es kann zu enormen Elektrolytverschiebungen kommen. Daher ist eine Blutuntersuchung sehr zu empfehlen. Nicht nur, können so Elektrolytverschiebungen schnell erkannt werden, sondern gibt uns die Blutchemie auch Hinweise auf die Organfunktionen Ihres Tieres. Grobe systemische Erkrankungen können durch Spezialtests gut ausgeschlossen bzw. auch diagnostiziert werden.  Auch Bildgebende Verfahren, wie Ultraschall oder Röntgen liefern uns wichtige Hinweise über die Ursache des Durchfalls. So können Aussagen über die Lage und Beschaffenheit der Organe (Wandverdickungen, Umfangsvermehrungen, Motilität) getroffen werden.

Zum Ausschluss von infektiösen Erkrankungen, wie Parasiten oder Bakterien sollte unbedingt auch eine Kotuntersuchung erfolgen. Es empfiehlt sich eine Sammelkotprobe von mindestens 3 Tagen innerhalb von 5 Tagen zu Ihrem nächsten Tierarztbesuch mitzunehmen, da nicht alle Parasiten täglich ausgeschieden werden. Parasiteneier können dann entweder direkt im Mikroskop gefunden oder durch spezielle Färbemethoden und Kulturen im Labor nachgewiesen werden.

In Fällen von neoplastischen Läsionen kann weiterführend auch eine Biopsie mit nachfolgender Histologie sehr aufschlussreich sein. Diese kann mithilfe Endoskopie, Laparoskopie oder Laparotomie erfolgen.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach dem Grundproblem, daher ist es entscheidend das ursächliche Problem des Durchfalls zu diagnostizieren. Mit gewissen Futterzusatzstoffen, dem geeigneten Futter und natürlichen Darmmikroben kann die Katze in gewissen Fällen auch symptomatisch therapiert werden.

Prognose

Da die bereits am Gelenkknorpel entstandenen Schäden irreparabel sind, ist eine Heilung im eigentlichen Sinne nicht möglich. Man kann nur versuchen, durch Optimieren der Lebensumstände und eine adäquate Schmerztherapie in Kombination mit alternativen Methoden eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten.

Quellen

  • Lutz et al. 2015 Krankheiten der Katze 5. Auflage