Tierklinik St. Pölten / Hyperthyreose Katze
Hyperthyreose Katze2020-02-27T14:16:53+00:00

Mag. Kira Fraundorfer

Allgemeinmedizin, Zahnmedizin

Hyperthyreose der Katze

Zusammenfassung

Die Hyperthyreose oder FHT (Feline Hyperthyreose) ist eine der am häufigsten vorkommenden, endokrinologischen Erkrankung der Katze. Sie betrifft am häufigsten mittelalte bis alte Katzen, Rasse und Geschlecht scheinen keine Rolle zu spielen. Die klinischen Symptome sind sehr variablen und spiegeln die generalisierte und multisystemische Natur der Erkrankung.

Ursache

Das Gehirn, hier der Hypothalamus und die Hypophyse, bilden gemeinsam mit der Schilddrüse eine negative Feedback Schleife. Das Thyreoieda- stimulierende Hormon (TSH) wird von der Hypophyse gebildet. TSH stimuliert die Synthese und Freigabe der Schilddrüsenhormone T4 und T3. Das intrazelluläre T3 führt wiederum zu einer verminderten TSH Synthese und Sekretion. TRH (Thyrotropin- releasing Hormon), das vom Hypothalamus ausgeschüttet wird, moduliert die Freisetzung von TSH. Die vermehrte Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen führt zu einer verminderten TRH Synthese und Sekretion. In den meisten Fällen führen Adenome oder Hyperplasien eines oder beider Schilddrüsenlappen zur vermehrten Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen und so zu einer Hyperthyreose. Karzinome sind sehr selten.

Symptome

Die Symptome einer Hyperthyreose können äußerst vielfältig sein. Sehr häufig wird bei betroffenen Katzen ein Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit beobachtet, aber auch Hyperaktivität, Erbrechen, Durchfall, Polyurie/ Polydipsie (vermehrtes Harnlassen und vermehrter Durst), Vernachlässigung der Fellpflege und Verhaltensänderungen können Anzeichen einer Hyperthyreose sein. Viele betroffene Patienten leiden zusätzlich an chronischen Nierenerkrankungen.

Diagnose

Zur Diagnose eignet sich am besten die Bestimmung der Serumkonzentration des T4 mittels Blutabnahme. Zusätzlich kann man eine Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse machen um etwaige Massen oder Zysten darstellen zu können. Die Szintigraphie ist ebenfalls ein Diagnostikum, das immer öfter zum Einsatz kommt. Hierbei werden Jodisotope intravenös verabreicht. Diese reichern sich physiologischerweise in der Speicheldrüse und eben auch der Schilddrüse an, der Vergleich zwischen beiden erlaubt es Veränderungen in der Schilddrüse sichtbar zu machen.

Therapie

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen reversibler (Medikamente, jodreduziertes Futter) und nicht reversibler (Radiojodbehandlung, Thyreoidektomie) Therapie. Als Medikamente kommen Methimazol und Carbimazol zum Einsatz. Diese hemmen die Schilddrüsenperoxidase, ein Enzym, das zur Synthese der Schilddrüsenhormone benötigt wird. Da es bei hyperthyreoten Katzen zur Verschleierung einer Nierenerkrankung kommen kann sollten am Anfang nicht nur die Serumkonzentration des T4, sondern auch das Kreatinin regelmäßig kontrolliert werden. Bei Katzen, bei denen eine Medikamenteneingabe nicht möglich ist, eignet sich auch die Jodrestriktion mit speziellen Futtermitteln. Dies kann sich aber bei Freigängern oder Katzen, die in Mehrkatzenhaushalten leben durchaus schwierig gestalten. Als Therapie der Wahl gilt, zumindest im englischsprachigen Raum, die Radiojodtherapie, bei der der Katze radioaktives Jod, entweder subkutan oder intravenös gespritzt wird. Dieses zerstört das veränderte Schilddrüsengewebe und in 95 % der Fälle ist keine zweite Behandlung notwendig.

Prophylaxe und Prognose

Wenn keine Begleiterkrankungen wie hypertrophe Kardiomyopathie und/ oder eine Nierenerkrankung vorliegen ist die Prognose gut zu stellen.

Quellen

  • Ettinger, S.J:, Feldman E.c., Côte E.: Textbook of Veterinary Internal Medicine, S.1747-1757
  • Lutz, H., Kohn, B., Forterre F.: Krankheiten der Katze, S. 896-899