Dermatologie2019-10-31T18:16:28+00:00

Dermatologie

Hautprobleme stellen eine häufige Indikation für einen Besuch beim Tierarzt dar. Es gibt eine Vielzahl von Erkrankungen, welche zu Veränderungen an Haut und Haarkleid führen können. Juckreiz, Haarausfall, Krusten und Rötungen sind nur eine Auswahl an Symptomen, die die Lebensqualität massiv beeinträchtigen können.

Auch die Ursachen sind sehr vielfältig. Häufig kommen Hautparasiten und Infektionen vor, jedoch stellen auch Allergien auf Futter oder Umweltallergene ein zunehmendes Problem dar. Aber auch Tumore, autoimmune Erkrankungen und angeborene Probleme sind Ursachen für Veränderungen der Haut.

Um eine Diagnose stellen zu können sind in der Dermatologie sowohl Geduld als auch die richtige Probennahme gefragt.

Abhängig vom Erscheinungsbild der Haut wählt der behandelnde Tierarzt die notwendigen diagnostischen Schritte aus.

Kämmen: Schon das Durchkämmen des Fells mit einem speziellen enggezinkten Kamm kann erste Hinweise auf die Ursache der Hautprobleme geben. Flohkot kann so nachgewiesen werden und auch Schuppen können so für weitere Untersuchungen gewonnen werden.

Wood Lampe: Mit ultraviolettem Licht lassen sich ca. 60 % der Pilze darstellen. Positiv ist diese Untersuchung nur, wenn eine deutliche grüne Fluoreszenz erkennbar ist.

Abklatsch: Handelt es sich um nässende, krustige, blutige oder fettige Hautveränderungen wird ein Objektträger auf die betroffene Stelle gedrückt, um Zellmaterial zu gewinnen. Dieser kann sowohl nativ (ohne Färbung) als auch gefärbt im Mikroskop betrachtet werden.

Klebestreifenmethode: Sind Schuppen vorhanden, können diese mit einem Klebestreifen entnommen und danach weiter untersucht werden.

Oberflächliches Hautgeschabsel: Für bestimmte Parasiten oder zur Probengewinnung für die zytologische Untersuchung wird ein oberflächliches Hautgeschabsel durchgeführt. Mit einer Skalpellklinge wird oberflächlich Material von der Haut abgetragen und danach mikroskopisch beurteilt.

Tiefes Hautgeschabsel: Mit dieser Untersuchungsmethode lassen sich Demodex-Milben nachweisen. Hierfür muss mit einer Skalpellklinge die Haut so lange geschabt werden bis es zu einer leichten Blutung kommt. Anschließend wird das Material auf einen Objektträger aufgebracht und unter dem Mikroskop beurteilt.

Trichoskopie: Liegt der Verdacht auf einen Pilzbefall oder Veränderungen der Haarstruktur nahe, werden mit einer Klemme Haare auszupft, auf einen Objektträger verbracht und in einem speziellen Öl gebettet, um danach beurteilt zu werden.

Pilzkultur: Kann ein Pilz mittels Wood-Lampe nicht nachgewiesen werden und steht der Verdacht dennoch im Raum, wird eine Pilzkultur angelegt. Material hierfür können Haare oder Schuppen sein.

Feinnadelaspiration: Handelt es sich um knotige Hautveränderungen, ist es notwendig mit einer dünnen Nadel Zellen zu gewinnen, um diese danach mikroskopisch beurteilen zu können. Diese Probennahme wird von unseren Patienten sehr gut toleriert und ist von der Invasivität mit einer Impfung zu vergleichen.

Biopsie: Dies ist die genaueste, aber auch invasivste Probennahme in der Dermatologie. Mit einer Hautstanze wird Gewebe entnommen und von einem Spezialisten histologisch untersucht. Je nach Lokalisation kann es möglich sein, dass eine Biopsieentnahme nur mit Lokalanästhesie möglich ist. Meist muss das Tier allerdings in eine kurze Narkose gelegt werden um die Proben lege artis zu entnehmen.

All diese Untersuchungen helfen uns, zu unterscheiden worum es sich handelt und was die Ursache für die Veränderungen ist. Während in vielen Fällen die schnell durchzuführenden Untersuchungen reichen, ist es in einigen Fällen nötig, die diagnostischen Methoden Schritt für Schritt abzuarbeiten, um dem Patienten die adäquate Therapie zukommen lassen zu können.

Die Ergebnisse der Untersuchungen werden dann im Zusammenhang mit dem Erscheinungsbild und dem Vorbericht beurteilt. Während man manche Erkrankungen mit Medikamenten behandeln kann, ist es gerade in der heutigen Zeit, in der Allergien ein immer größeres Thema werden, oft notwendig, das Management rund um die Fütterung, Ektoparasitenprophylaxe und Versorgung Ihres Vierbeiners zu besprechen und Veränderungen vorzunehmen.