Mag. Victoria Zwiauer-Wolfbeisser

Ophthalmologie

Augenentzündung bei der Katze

Zusammenfassung

Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) bei der Katze ist in den meisten Fällen sehr ernst zu nehmen, da verschiedene Erreger dahinterstecken können.

Ursache

Neben Fremdkörpern, angeborenen Fehlstellungen, Allergenen oder einer ungenügenden Tränenproduktion, können auch primäre oder sekundäre Infektionserreger für eine Augenentzündung verantwortlich sein.

Virusbedingte Konjunktivitis:

Hier sind meist junge Katzen von Herpesviren befallen. Meist geht diese Erkrankung mit Symptomen des oberen Atmungstraktes (Niesen, Nasenausfluss) einher. Sekundär verkomplizieren Bakterien den Verlauf. Die Symptome äußern sich durch Augenausfluss und Hornhautulzerationen. Wie typisch für Herpesviren kann diese Erkrankung immer wieder auftreten. Das Virus zieht sich im Körper zurück und wird durch Stress oder Immunsuppression wieder aktiviert.

Im Zuge des Katzenschnupfenkomplexes können sich auch Caliciviren an der Symptomatik beteiligen. Um die Viren nachzuweisen sollte eine Konjunktivalabstrich genommen und zur PCR (spezielle Untersuchung zum Nachweis von DNA) eingeschickt werden.

Chlamydienkonjunktivitis:

Diese intrazellulären Bakterien verursachen zunächst eine einseitige Augenentzündung, die durch eine starke Rötung und Schwellung der Bindehaut gekennzeichnet ist. Erst nach einigen Tagen geht die Symptomatik auch auf das zweite Auge über. Chlamydien können auch im Gastrointestinal- oder Respirationstrakt vorkommen, wobei die Symptome hier eher zu vernachlässigen sind. Um eine eindeutige Diagnose zu stellen sollte auch hier eine Probe entnommen und ins Labor geschickt werden.

Mykoplasmenkonjunktivitis:

Dieser Erreger tritt seltener auf als die oben genannten.  Meist ist hier nur ein Auge betroffen. Es kommt zu schleimig, weißlichem Augenausfluss, die Bindehaut ist nur selten gerötet. Auch hier ist eine Probennahme zur Sicherung des Erregers empfohlen.

Die oben genannten Erreger sind meist primär für ein Augenproblem verantwortlich. Aber auch sekundär können Infektionserreger das klinische Bild verschlimmern (zB. nach Verletzungen oder Fremdkörpern im Auge).

Der positive Nachweis von diesen Erregern ist in der Regel beweisend, ein negatives Ergebnis schließt das Vorliegen allerdings nicht aus!

Symptome

Rein klinisch ist es nicht immer so leicht die verschiedenen Erreger anhand der Verlaufsform zu unterscheiden, oft ist eine Probennahme ausschlaggebend. Meist besteht der Symptomenkomplex aus einer Rötung der Bindehaut, Zusammenkneifen des Auges (Blepharospasmus), Schwellung der Bindehaut (Chemosis) und Augenausfluss unterschiedlicher Qualität.

Da dies oft schmerzhaft ist oder Juckreiz hervorruft, erwischen Sie Ihre Katze vielleicht das ein oder andere Mal dabei, dass sie mit der Pfote über das Auge wischt oder an Teppichen und Polstermöbeln entlang streift.

Diagnose

Kommt eine Katze mit einem Augenproblem, werden unterschiedliche Tests durchgeführt. Zum einen muss ausgeschlossen werden, dass ein Fremdkörper die Ursache ist. Weiters ist es wichtig zu wissen, ob die Hornhaut betroffen und verletzt ist. Dies kann mit einem Fluoreszinfarbstoff überprüft werden. Alle Untersuchungen am Auge können Sie hier kennenlernen.

Besteht der Verdacht auf eine infektiöse Ursache kann mittels Tupfer oder Zytobrush Material gewonnen und zur Analyse ins Labor geschickt werden.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach dem Erregerspektrum. Während in manchen Fällen eine lokale Applikation der richtigen Augensalbe oder – tropfen reicht, ist in einigen Fällen auch eine systemische Behandlung mit Virostatika oder Antibiotika indiziert. Auch eine Stimulation des Immunsystems kann bei viralen Erkrankungen helfen.

Quellen

  • Lutz H, Kohn B, Forterre F (2015): Krankheiten der Katze, Enke, 5. Auflage: S. 853-856.
  • Gould D., McLellan G. (2018): BSAVA Manuel of Canine and Feline Ophthalmology, 3.Auflage: S.188-192).