Tierklinik St. Pölten / Persistierender Ductus arteriosus botalli (PDA)
Persistierender Ductus arteriosus botalli (PDA)2020-04-03T13:16:52+00:00

Dr. Melanie Hutter

Kardiologie und Endokrinologie

Persistierender Ductus arteriosus botalli (PDA)

Zusammenfassung

Der persistierende Ductus arteriosus botalli (PDA) gehört zu den häufigsten kongenitalen (angeborenen) Herzerkrankungen beim Hund.

Definition

Der PDA ist eine fehlerhafte Verbindung von der Hauptschlagader (Aorta) mit der Lungenschlagader (Pulmonalarterie) und stammt ursprünglich von einem Überrest der Kreislaufsituation im Mutterleib. Da der Fetus während der Trächtigkeit nicht aktiv im Mutterleib atmet, wird die Lunge als Organ nicht benutzt und somit nicht durchblutet. Das Blut aus der rechten Herzkammer wird daher über den PDA in die Hauptschlagader und somit in den Körper umgeleitet, damit es nicht unnötigerweise in die Lunge fließt. Nach der Geburt verschließt sich dieser PDA normalerweise spontan. Bei wenigen Tieren verbleibt diese Verbindung auch noch nach der Geburt bestehen.

Ursache

Die Ursache eines PDA ist meist genetisch bedingt. Beim Zwergpudel wurde bisher als einzige Hunderasse eine genetische Ursache nachgewiesen. Es können jegliche Hunderassen oder Mischlinge diesen kongenitalen Herzdefekt aufweisen; prädisponierte Hunderassen sind aber z.B. Shelties, Cocker Spaniel, Bobtails, Malteser und Deutsche Schäferhunde.

Symptome

Bleibt der Ductus nach der Geburt offen, entscheidet Größe, Shuntvolumen und -richtung darüber, wann der Patient klinisch auffällig wird. Meistens zeigen betroffene Welpen einen verzögerten Wachstum, sind körperlich unterentwickelt und zeigen eine deutliche Leistungsinsuffizienz im Vergleich zu gesunden Wurfgeschwistern. Bei schwerem Verlauf können betroffene Tiere husten oder deutlich kurzatmig sein.

Diagnose

Bei den meisten Hunden wird im Rahmen der ersten Impfung als Welpe ein klassisches „Maschinengeräusch“ beim Auskultieren (d.h. Abhören des Brustkorbs) festgestellt.  Bei jedem Herzgeräusch sollte weiterführend ein Herzultraschall durchgeführt werden.

Durch Röntgenbilder des Thorax kann eine Herzvergrößerung festgestellt werden. Ebenso ist eine Hypervoltage im EKG ein Hinweis auf ein linksseitiges Herzproblem, welches auf den PDA zutrifft.

Die wichtigste Untersuchung zur Diagnosesicherung des PDA’s ist der Herzultraschall. Es kann einerseits eine Herzvergrößerung (linksseitige Volumenüberladung) sowie die direkte Shuntverbindung zwischen Aorta und Pulmonararterie mittels Doppleruntersuchung dargestellt werden.

Therapie

Etwa 2/3 der unbehandelten, schwerwiegenden PDA Patienten sterben noch im ersten Lebensjahr durch kongestives Herzversagen. Therapie der Wahl ist ein operativer Verschluss des Duktus.

Quellen

  • Tierkardiologie LMU
  • Praxis der Kardiologie von Hund und Katze; Modler et al.