Zahnsanierung2020-06-10T15:05:14+00:00

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Eine der häufigsten Erkrankungen unserer Haustiere ist Zahnstein. Diesem kann durch Zähne putzen bis zu einem gewissen Grad vorgebeugt werden, jedoch ist es nicht bei jedem Tier selbstverständlich möglich Zähne zu putzen und zusätzlich können manche Erkrankungen die Zähne unserer Haustiere trotz optimaler Zahnpflege befallen.

Spezielle Untersuchungsmethoden in der Zahnmedizin

Der Fortschritt in der Dentalveterinärmedizin heutzutage ist rasant. Zu einer professionellen Zahnreinigung gehört standardmäßig mittlerweile auch eine komplette Röntgenbilderserie („Full mouth X-Ray“) dazu, ähnlich einem Panoramaröntgen beim Zahnarzt. Dieses bietet die Möglichkeit Erkrankungen frühzeitig festzustellen, vorzubeugen und deren Verlauf zu dokumentieren.

         

Die professionelle Zahnreinigung findet immer unter Allgemeinanästhesie statt und wird vom Spezialisten durchgeführt. Ähnlich wie beim Zahnarzt sind hierfür spezielle Instrumente und Geräte im Einsatz, z.B. eine komplette Zahnstation mit Ultraschallscaler, Hochgeschwindigkeitsbohrer, Polierer und Niedergeschwindigkeitshandstück. Für die Bildgebung wird ein Zahnröntgen eingesetzt, mit welchem hochauflösende Aufnahmen einzelner Zähne angefertigt werden können. In Einzelfällen kommt auch die Computertomographie zum Einsatz, womit Schnittbilder und 3D Rekonstruktionen möglich sind.

In der Zahn- und Kieferchirurgie werden chirurgische Zahnextraktionen, Endodontische Behandlungen wie Wurzelfüllungen und Wurzelspitzenresektionen, sowie Operationen am Kiefer durchgeführt.

Chirurgische Zahnextraktionen

Zeigen einzelne Zähne adspektorisch und/ oder in der röntgenologischen oder computertomographischen Darstellung Pathologien, die eine Indikation zur Extraktion geben, so werden diese Zähne mittels chirurgischer Extraktion entfernt. Viele Zähne können aufgrund fortgeschrittener Schäden leider nicht mehr erhalten werden. Hier stehen beim Hund meistens parodontale Schäden, die den Zahnhalteapparat unwiederbringlich geschädigt haben, und komplizierte Zahnfrakturen als Ursachen im Vordergrund. Zusätzlich gibt es kariöse Ursachen beim Hund, diese sind aber deutlich seltener und können oft durch Prophylaxe, in Form von Zähne putzen, vermieden werden.

Bei circa 60 Prozent der Katzen können FORL (Feline odontoklastische resorptive Läsionen) beobachtet werden – diese Läsionen sind oft extrem schmerzhaft: die Zahnsubstanz wird im Bereich der Wurzel durch aktivierte Körperzellen aufgelöst, wobei die Zahnpulpa (der „Nerv“) über geraume Zeit vital bleibt und Schmerzsignale sendet. Diagnostisch kann FORL oft auch erst imZahnröntgenbild erkannt werden: Die Erkrankung beginnt im Wurzelbereich und führt erst im Endstadium zur Beteiligung und schlusssendlich zum Abbrechen der Krone. Um den Schmerz zu beseitigen, müssen betroffene Zähne extrahiert werden.

Jeder Zahn inklusive seiner Wurzeln, seines Zahnhalteapparates und den ihn umgebenden Knochen stellt ein unabhängiges Organsystem dar. Das Operationsfeld, das den Knochen, den Zahn und die Gingiva umfasst, wird sauber vorbereitet. Der chirurgische Zugang sollte je nach Anzahl der Zahnwurzeln überlegt und gewählt werden um den Zahn möglichst atraumatisch und mit allen Wurzeln aus seiner Alveole zu entfernen. Die Wundhöhle wird im Anschluss gesäubert und vernäht, damit eine durch Speisebrei und Speichel möglichst ungestörte Wundheilung von Statten gehen kann.

Häufige Zahnerkrankungen

Zahnstein, Parodontitis, Gingivitis

Diese Erkrankungen kommen bei Hund und Katze vor. Das Vorkommen von Zahnstein führt zu Gingivitis und in weiterer Folge zu Parodontitis. Therapie ist die Entfernung der Ursache, also Entfernung des Zahnsteines und falls sie vorliegt, genaue Beurteilung des Stadiums der Parodontitis.

Kronenfrakturen

Kronenfrakturen betreffen eher Hunde, vor allem die, die mit Steinen und/ oder größeren Holzstöcken spielen und darauf herumkauen oder diese Apportieren. Ist der Zahn ganz frisch fakturiert und die Pulpa eröffnet, besteht die Möglichkeit eine endodontische Behandlung des Zahnes durchzuführen, um den Zahn zu erhalten.

Persistierende Milchzähne

Persistierende Milchzähne betreffen ausschließlich Hunde, vor allem die kleinen und Zwergrassen (Chihuahua, Rehpinscher, Malteser etc.). Die Milchzähne, hauptsächlich die der Reiß- und Schneidezähne, fallen während des Zahnwechsels nicht aus und verbleiben in der Maulhöhle. Hierbei ergibt sich ein klinisch eindeutiges Bild von zwei nebeneinanderstehenden, sehr ähnlich aussehenden Zähnen. Die Therapie der Wahl ist die Extraktion der Milchzähne.

Feline Odontoclastic Resorptive Laesions (FORL)

Von FORL sind nur die Katzen betroffen. Hierbei handelt es sich um Zahnwurzelresorptionen idiopathischen Ursprungs und betrifft circa 60 % der Katzen. Die Wurzeln der Zähne fangen an, sich zu resorbieren. Im vorangeschrittenen Stadium kann es zu Kronenfrakturen und großen Schmerzen kommen. Therapie der Wahl: komplette Extraktion aller betroffenen Zähne über die Zeit oder gleich alle Zähne (Full Mouth Extraction).

Juvenile Gingivitis

Juvenile Gingivitis betrifft Katzen bis zum circa dritten Lebensjahr. Die Zähne weisen mit freiem Auge keine Belege auf, die dem Zahn anliegenden Zahnfleischränder sind aber massiv gerötet und sehen entzündet aus.

Ansprechpartner für Zahnmedizin

Dr. Thomas Wiebogen-Wessely

Onkologie
Tumorchirurgie

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