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Zahn- und Kieferchirurgie2019-05-13T08:00:59+00:00

Zahn- und Kieferchirurgie

In der Zahn- und Kieferchirurgie werden Operationen wie komplizierte Zahnextraktionen, Wurzelspitzenresektionen und Operationen am Kiefer durchgeführt.

Viele Zähne können aufgrund fortgeschrittener Schäden leider nicht mehr erhalten werden. Als Ursachen hierfür stehen beim Hund meistens parodontale Schäden und komplizierte Zahnfrakturen, die eine Extraktion notwendig machen. Auch gibt es kariöse Ursachen beim Hund, diese sind aber deutlich seltener und können oft durch eine gute Prophylaxe vermieden werden. Bei den mehrwurzeligen Zähnen von Katze und Hund werden zuerst die Wurzeln vorsichtig getrennt, dann vorsichtig chirurgisch freigelegt und extrahiert. Die Wunde wird anschließend mit speziellem Naht-Verfahren und -materialien verschlossen um die Heilung zu begünstigen.

Bei ca. jeder zweiten Katze mittleren Alters können FORL (Feline odontoklastische resorptive Läsionen) beobachtet werden – diese Läsionen sind oft extrem schmerzhaft: die Zahnsubstanz wird im Bereich der Wurzel durch aktivierte Körperzellen aufgelöst. Die Zahnpulpa (der „Nerv“) bleibt dabei aber über lange Zeit vital, welches die Schmerzhaftigkeit erklärt. Diagnostisch kann FORL häufig erst im Zahnröntgenbild erkannt werden: Die Erkrankung beginnt im Wurzelbereich und führt erst im Endstadium zur Beteiligung der Krone. Geschädigte Zähne müssen, um den Schmerz zu beseitigen, entfernt werden.

Bei Wurzelspitzen-Erkrankungen wird die Wurzelspitze endodontisch behandelt. Wenn diese Behandlung alleinig nicht ausreicht, muss eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt werden. Im fortgeschrittenen Stadium kann auch eine Zahnextration erfortderlich sein.

In der Maulhöhlen- und Kieferchirurgie zählen die Entfernung von Gingivawucherungen, die Deckung oronasaler Fisteln, der Verschluss von Gaumenspalten wie auch die Entfernung von Tumoren und die Versorgung von Kieferfrakturen zu den häufigeren Indikationen für eine OP . Besonders bei Tumorerkrankungen ist eine frühzeitige Operation in den meisten Fällen entscheidend. Die Prognose ist allerdings stark abhängig von der Art der Tumorzellen und wie sich die Neubildung in der Mundhöhle darstellt. Aus diesem Grund bestimmen wir zuerst die Tumorart und -ausbreitung mittels bildgebender Diagnostik und entnehmen Gewebeproben – danach können wir Ihnen eine genaue Empfehlung über die möglichen Therapieformen geben.