Vergiftung2019-09-26T14:24:15+00:00

Mag. Nicole Klausner

Allgemeinmedizin, Dermatologie

Vergiftung bei Hund und Katze – Symptome erkennen

Zusammenfassung

So unterschiedlich die Substanzen sein können, die eine Vergiftung auslösen, so unterschiedlich sind auch die hervorgerufenen Symptome. Wichtig ist, schnell zu reagieren und den Körper bei der Eliminierung giftiger Stoffe zu unterstützen. Auch zahlreiche andere Erkrankungen können ähnliche Symptome wie bei einer Intoxikation hervorrufen. Aus diesem Grund ist eine zielgerichtete Diagnose essentiell.

Ursache

Ursächlich können Substanzen sein, die per se giftig sind, wie Frostschutzmittel, Schneckenkorn und Rattengift. Aber auch Produkte aus dem Alltag, die wir regelmäßig ohne Bedenken konsumieren sind oft nicht für unsere Vierbeiner gemacht. So können auch Lebensmittel wie Birkenzucker, Schokolade oder Weintrauben zu schweren Erscheinungsbildern einer Vergiftung führen. Nicht selten kommt es vor, dass Tiere Medikamente, entweder ihre eigenen oder die der Besitzer, aufnehmen.

Die Menge der aufgenommenen Substanz kann in vielen Situationen entscheidend sein – die Dosis macht das Gift.

Symptome erkennen

So groß wie die Auswahl an potenziellen Giften, ist auch die Bandbreite an Symptomen. Sowohl gastrointestinale (Durchfall, Erbrechen, etc.), als auch neurologische (schwankender Gang, Krämpfe, etc.) und thermoregulatorische Probleme (Untertemperatur) können auftreten. In weiterer Folge können Organe, wie Leber oder Niere, Schäden davontragen.

Diagnose

Oft ist nicht bekannt welches Gift aufgenommen wurde oder ob überhaut ein Aufnahme erfolgt ist. Darum ist für uns in erster Linie eine klinische Untersuchung wichtig, um den Gesamtzustand unseres Patienten zu erfassen. Außerdem müssen durch die Vorgeschichte und weitere Untersuchungen (Blutbild, bildgebende Diagnostik, etc.) andere Erkrankung, wie zum Beispiel Traumata oder organische Ursachen, ausgeschlossen werden.

Wichtige Parameter für uns sind das Allgemeinverhalten, die innere Körpertemperatur, die Herz- und Atemfrequenz und das Auftreten von neurologischen Symptomen.

Sollten Sie eine Giftaufnahme beobachtet haben, teilen Sie uns bitte mit um welche Substanz es sich gehandelt hat und wie viel Ihr Tier aufgenommen hat. Auch ein Handyvideo kann in vielen Fällen helfen die beschriebenen Symptome besser zu verstehen.

Behandlung einer Vergiftung

Da das verantwortliche Gift oft nicht bekannt oder kein Gegenmittel verfügbar ist, ist es in erster Linie wichtig, die Entgiftung des Körpers zu unterstützen und dem Tier mit einer symptomatischen Therapie zu helfen. Auftretende neurologische Symptome (Zittern, Krampfanfälle, …) kann oft mit einer krampflösenden Therapie entgegengewirkt werden.

Ist die Aufnahme des Giftes noch nicht zu lange her, kann das Tier mit Medikamenten zum Erbrechen gebracht werden. Eine weitere Möglichkeit, die in manchen Fällen hilfreich sein kann, ist, den Magen zu spülen, um eine weitere Absorption des Stoffes zu vermeiden. Weiters können Medikamente verabreicht werden, die Giftstoffe binden (zB. Aktivkohle).

Um dem betroffenen Tier bestmöglich helfen zu können, ist in den meisten Fällen eine stationäre Aufnahme notwendig. So haben wir die Möglichkeit rund um die Uhr intravenös Flüssigkeiten zu verabreichen, um die Ausscheidung der Giftstoffe zu fördern. Außerdem können wir je nach Symptomen schnellstmöglich eingreifen und diese mit entsprechenden Medikamenten behandeln.

Vorbeugung

Wichtig ist, achtsam mit für Tiere potenziell schädlichen Stoffen umzugehen. Medikamente sollten sicher verwahrt werden und Nahrungsmittel nicht zugänglich für Vierbeiner sein.

Legen Sie keine giftigen Substanzen an Orten aus zu denen Ihr Tier Zugang hat (zB. Garage, Garten). Achten Sie darauf keine giftigen Pflanzen zu haben, die angeknabbert werden können. Chemikalien sollten verschlossen und an Plätzen, die für Kinder und Tiere unerreichbar sind, gelagert werden.

Quellen

  • Yin SA, Nolte I (2007): Praxisleitfaden Hund und Katze, Schlütersche, 2.Auflage: 639-670.
  • Ettinger SS, Feldmann EC, Cote E (2017): Textbook of Veterinary Internal Medicine – Volume 1, Elsevier, 8te Auflage: 629-657.