Tierklinik St. Pölten / Leishmaniose
Leishmaniose2020-04-03T12:45:52+00:00

Mag. Nicole Klausner

Dermatologie und Ophthalmologie

Leishmaniose beim Hund

Zusammenfassung

Leishmaniose ist eine chronische, viszerokutane Erkrankung mit sehr variablen Symptomen die durch Protozoon hervorgerufen wird.

Ursache

Der Überträger dieser Parasiten ist die Sandfliege (Phlebotomus spp.). Das Verbreitungsgebiet dieser ist in mediterranen Ländern und in Lateinamerika. Die wichtigsten Wirte sind Mensch und Hund. Sehr selten erkranken Katzen, Pferde und andere Säuger. Aus diesem Grund sind Hunde, welche aus endemischem Gebieten des Mittelmeerraumes stammen oder ohne Parasitenschutz in den Urlaub mitgenommen werden, besonders gefährdet. Die Inkubationszeit ist sehr lange und reicht von einem Monat bis zu 7 Jahren. In diesem Zeitraum befallen die Parasiten vor allem Knochenmark, Lymphknoten, Milz und Leber. Unbehandelt führt Leishmaniose in der Regel zum Tod. Grund dafür ist in den meisten Fällen ein Nierenversagen.

Symptome

Das klinische Erscheinungsbild ist oft unspezifisch, jedoch ist bei einer systemischen Erkrankung die Hautmanifestation am häufigsten.

Unspezifisch:

  • Schwäche
  • Reduziertes Allgemeinbefinden
  • Gewichtsverlust
  • Muskelatrophie

Kutane Erscheinungsform:

  • Symmetrische Alopezie und silbrige Schuppen beginnend am Kopf
  • Ulzerationen an Knochenvorsprüngen
  • Mukokutane Läsionen an Nase und Genitalien, Nasenbluten
  • Panaritium (Entzündung des Nagelbetts)
  • Onychogrypose (abnormes Wachstum der Krallen)

Viszerale Erscheinungsform

  • Glomerulonephritis
  • Lymphadenopathie
  • Hepatitis
  • Hämorrhagische Enteritis

Okuläre Erscheinungsform:

  • Konjunktivitis
  • Keratitis
  • Uveitis

Diagnose

Die Diagnosestellung erweist sich aufgrund des vielseitigen Krankheitsbildes als recht aufwendig. Sehr viele Differentialdiagnosen kommen bei diesen Symptomen in Frage und müssen davor ausgeschlossen werden. Außerdem hat kein diagnostischer Test eine 100%ige Sensitivität und Spezifität und es müssen mehrere Tests durchgeführt werden, um an ein Ergebnis zu gelangen.

Das Blutbild, insbesondere die Globulinfraktion, kann bereits wichtige Hinweise liefern. Des Weiteren können im Blutserum Antikörper gegen Leishmania gemessen, sowie parasitäre DNA im Gewebe des Patienten gefunden werden. Die Parasiten können in manchen Fällen auch mikroskopisch nachgewiesen werden.

Therapie

Die Behandlung der Leishmaniose kann zu einer klinischen Heilung führen. Allerdings ist eine parasitologische Heilung selten und die Rezidivrate sehr hoch. Bisher wurde kein Wirkstoff gefunden, der alle Protozoen schnell und zuverlässig eliminiert. Es gibt jedoch einige Präparate mit denen die Leishmaniose gut in den Griff bekommen werden kann. Dafür müssen die Hunde aber in einem Frühstadium vorgestellt werden, bei dem es noch nicht zu groben Organschäden gekommen ist. Während der Therapie müssen die Patienten gut überwacht und regelmäßigen Kontrollen unterzogen werden. Das Ziel der Therapie ist eine vollständige Elimination der Parasiten. Dies ist jedoch eher die Ausnahme als die Regel. Spricht der Patient auf die Therapie an können durchaus noch einige Jahre gewonnen werden. Bei Patienten mit bereits eingeschränkter Nierenfunktion ist die Prognose schlechter.

Prävention

Am wichtigsten ist Kontakt zu dem Vektor zu vermeiden. Wenn sie mit ihrem Hund auf Urlaub in endemische Gebiete fahren, sollten sie vor Reisebeginn frühzeitig ein Antiparasitikum auftragen, welches vor Phlebotomus-Stichen schützt. Außerdem sollten Hunde in endemischen Gebieten nachts nicht im Freien bleiben und sich auch nicht in der Nähe von Müllplätzen aufhalten.

Quellen

  • Lutz H, Kohn B, Forterre F (2015): Krankheiten der Katze, Enke, 5. Auflage: S. 853-856.
  • Gould D., McLellan G. (2018): BSAVA Manuel of Canine and Feline Ophthalmology, 3.Auflage: S.188-192).