Tierklinik St. Pölten / Laparoskopie
Laparoskopie2020-04-09T11:10:57+00:00

Mag. Sarah Hofmeister

Allgemeinmedizin und Chirurgie

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Laparoskopie

Zusammenfassung

Die Laparoskopie ist eine endoskopische Untersuchung, bei der mittels einer Kamera die Organe der Bauchhöhle dargestellt werden können. Die Laparoskopie ist Voraussetzung für die laparoskopische Chirurgie, die sogenannte „Schlüsselloch-Chirurgie“. Dieser Begriff leitet sich davon ab, dass man für diese Art der Chirurgie nur kleine Öffnungen in die Bauchhöhle machen muss, um zu operieren. Es handelt sich hierbei um eine minimalinvasive Operationstechnik.

Operationstechnik

Es wird immer zuerst eine kleine Öffnung gemacht, durch die die Bauchhöhle mit einem Kohlendioxidgas befüllt wird. Dadurch wird mehr „Platz“ geschaffen, um mit einer weiteren Schnittöffnung eine Videokamera mit Lichtquelle über einen Trokar einzuführen. Somit kann man die Bauchorgane gut betrachten. Zuletzt wird ein sogenannter Arbeitskanal benötigt, der die 3. Öffnung darstellt. Über diesen kann eine chirurgische Laparoskopie, also ein minimalinvasiver Eingriff durchgeführt werden. Für eine reine Laparoskopie wird der Arbeitskanal nicht benötigt, somit bleibt es bei 2 kleinen Bauchhöhlenöffnungen. Hierbei spricht man auch oft von einer diagnostischen Laparoskopie.

Die kleinen Öffnungsschnitte sind nie länger als 1 – 1,5cm.

Grundsätzlich gibt es verschiedene Techniken der Laparoskopie, wir in der Tierklinik St. Pölten verwenden die oben beschriebene.

Am häufigsten wird die laparoskopische Chirurgie im Zusammenhang mit einer Kastration bei der Hündin eingesetzt. Trotzdem gibt es viele andere Einsatzgebiete in der Kleintiermedizin. Bei Rüden können im Bauchraum verbliebene Hoden so einfach in einem kurzen Eingriff entfernt werden. Biopsien von verschiedenen Bauchhöhlenorganen können so effizient und sicher entnommen werden. Ebenso sind manche Tumorentfernungen durch diese effiziente Technik möglich. Im Grunde kann jede Bauchhöhlenoperation über die laparoskopische Chirurgie erfolgen, allerdings sind Risiko und Nutzen immer gründlich zu überlegen.

Durch viele Studien ist mittlerweile bewiesen, dass die laparoskopische Chirurgie weit weniger Schmerzhaftigkeit zur Folge hat als eine gewöhnliche chirurgische Schnittöffnung der Bauchhöhle. Das trifft auch auf die Infektionsgefahr zu. Zusätzlich ist die Erholungsphase nach der Operation wesentlich kürzer. Die Patienten sind schneller wieder fit.

Quellen

  • L.J.Freeman, Gastrointestinal Laparocopy in Small Animals, Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2009 Sep;39(5):903-24. doi: 10.1016/j.cvsm.2009.05.002.
  •  Sebastiaan A. van Nimwegen et al, A laparoscopic approach for removal of ovarian remnant tissue in 32 dogs, BMC Veterinary Research, Springer Nature, Nov 7, 2018
  • Wahrig Herkunftswörterbuch: Laparoskop.
  • Othmar Schöb, Dieter Hahnloser: Die Entwicklung der minimal invasiven Chirurgie in der Schweiz, 1990–2020. In: Hubert Steinke, Eberhard Wolff, Ralph Alexander Schmid (Hrsg.): Schnitte, Knoten und Netze. 100 Jahre Schweizerische Gesellschaft für Chirurgie. Chronos, Zürich 2013, ISBN 978-3-0340-1167-9, S. 187–194.