Tierklinik St. Pölten / Katzenschnupfen
Katzenschnupfen2020-03-18T17:28:26+00:00

Mag. Nicole Klausner

Allgemeinmedizin und Dermatologie

Katzenschnupfen

Zusammenfassung

Katzenschnupfen ist eine infektiös bedingte Erkrankung der Atemwege. Betroffen sind vor allem Katzen die aus größeren Beständen stammen.

Ursache

Klinische sichtbar wird die Erkrankung am ehesten bei Katzenwelpen am Ende der Laktation und innerhalb der ersten Woche nach dem Absetzen. Es erkranken nicht immer alle Tiere eines Wurfes. Einzelne Wurfgeschwister zeigen schwere, andere wiederrum keine Krankheitssymptome. Die Haupterreger des Katzenschnupfens sind Felines Herpesvirus-1 (FHV-1) und Felines Calicivirus (FCV). Auch Bakterien spielen vor allem als Sekundärerreger eine tragende Rolle. Je nach Erregerbeteiligung ergibt sich eine variierende Symptomatik mit unterschiedlicher Prognose. Die Erreger werden vor allem durch direkten Kontakt übertragen. Aber es ist auch eine indirekte Übertragung zum Beispiel durch den gleichen Käfig oder Futterschüsseln möglich. Um den Katzenschnupfenkomplex entgegenzuwirken, können Katzenwelpen ab der 8 Lebenswoche grundimmunisiert werden.

Symptome

In den meisten Fällen sind beide Viren bei dem Katzenschnupfenkomplex beteiligt. Jedoch unterscheiden sie sich teilweise in der klinischen Symptomatik und dem Verlauf.

Herpesviren:

  • Rhinitis (Niesen und Nasenausfluss)
  • Konjunktivitis
  • Ulzerationen der Hornhaut
  • Fieber
  • Reduziertes Allgemeinverhalten
  • Verringerte Futteraufnahme
  • chronisch: rekurrierende Rhinitiden
  • Besserung innerhalb von 1-2 Wochen
  • Bei Jungtieren oft schwerer Verlauf – Infektion kann zum Tod führen

Caliciviren:

  • Ulzerationen am Zungenrand
  • Mattigkeit
  • Fressunlust
  • Fieber
  • Pneumonie
  • Lahmheit
  • virulente systemische FCV-Infektion: hohes Fieber, Hämorrhagien, hohe Mortalität

Diagnose

Durch den Vorbericht und einer klinischen Untersuchung kann ein Verdacht auf Katzenschnupfenkomplex gestellt werden. Um sichergehen zu können, muss aber der Virus nachgewiesen werden. Dies gelingt durch eine Tupferprobe, welche aus Nase, Lidbindehäute oder dem Rachenraum entnommen wurde. Allerdings kann eine Herpesvirusinfektion auch latent vorkommen. Das bedeutet, dass der Virus selbst bei gesunden Katzen vorkommen kann. Auch bei einer Calicivirusinfektion kann der Virus bei gesunden Katzen nachgewiesen werden. Aussagekräftig ist der Nachweis der Viren vor allem dann, wenn die Symptome auch typisch für den Katzenschnupfenkomplex sind.

Therapie

Da es sich um Viren handelt, greift man vor allem auf eine symptomatische, unterstützende Therapie zurück. Wenn Bakterien beteiligt sind sollte auch ein Antibiotikum verabreicht werden.

Die unterstützende Therapie umfasst die Stabilisierung des Kreislaufes mithilfe von intravenösen Infusionen, mechanisches Freihalten der oberen Atemwege sowie appetitanregende und schmerzstillende Medikamente.

Quellen

  • Lutz et al. 2015 Krankheiten der Katze 5. Auflage