Onkologie2019-07-08T09:37:57+00:00

Onkologie

Krebserkrankungen stellen aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung unserer Haustiere einen immer häufiger werdenden Vorstellungsgrund dar. Dabei ist jedoch nicht immer offensichtlich das eine Tumorerkrankung vorliegt. Dr. Thomas Wiebogen ist Spezialist für Onkologie und eine treibende Kraft in einem Netzwerk von Onkologen (VÖK-Sektion Onkologie) in Österreich.

Diagnose einer Krebserkrankung

Tumore kommen je nach Ursprung in den unterschiedlichsten Ausprägungsformen vor. Während Haut-, Milchdrüsen- und Maulhöhtumore von aussen gesehen werden können, sind einige Krebserkrankungen nur durch stufenweise Aufarbeitung auffindbar. Eine ausführliche Anamnese (Vorgespräch) und klinische Untersuchung sind deshalb wichtig. Danach werden weiterführende Untersuchungen angeboten um den Tumor genau zu klassifizieren. Folgende Möglichkeiten stehen hierfür in der Tierklinik St. Pölten zur Verfügung:

  • Röntgen, Ultraschall und Computertomographie zur bildhaften Darstellung der Veränderung
  • Blut- und Harnlabor um internistische Veränderungen festzustellen
  • Entname von Proben für zytologische und histologische Untersuchungen
  • Zytologie im Haus zur schnellen und meist schon eindeutigen Diagnosesicherung
  • Tumorstaging und Grading um eine Prognose für die Behandlung stellen zu können

Mit dem Ultraschall und der Computertomographie steht uns die Möglichkeit zur Verfügung das Ausmaß der Tumorerkrankung meist sehr exakt festzulegen. Weiter ist mittels CT auch die dreidimensionale und schnittbildartige Darstellung einer Tumorwucherung möglich. Besteht der Verdacht auf Metastasen in der Lunge, können im Gegensatz zum Röntgen schon Gewächse ab einem Millimeter Durchmesser erkannt werden.

Therapie

Die Therapie der Krebserkrankung richtet sich nach der genauen Form des Tumors. Grundsätzlich erfolgt die Unterteilung in gut- und bösartige Tumoren. Während gutartige Tumore lokal wachsen und am ehesten durch deren Größe bzw. Erscheinungsbild Probleme machen könnnen, neigen bösartige (maligne) Tumore zur Metastasierung (Streuung) und Infiltration (Durchwucherung von umgebenden Gewebe). Je nach Tumorart werden unterschiedliche Behandlungsprotokolle durchgeführt. Hierfür stehen im groben drei Behandlungskonzepte zur Verfügung:

  • Tumorchirurgie
  • Chemotherapie
  • Bestrahlung

Tumorchirurgie

Bei der chirurgischen Entfernung ist es äusserst wichtig das gesamte Gewächs zu entfernen. Wie zuvor erwähnt ist deshalb eine genaue Abklärung (Staging & Grading) wichtig um Metastasen auszuschließen und die äusseren Grenzen des Tumors zu kennen. Auch gesund erscheinendes Gewebe kann im angrenzenden Gebiet von Krebszellen durchsetzt sein. Wird der Tumor vollständig entfernt, ist die Erkrankung geheilt. Bei gewissen Tumoren muss deshalb eine sehr großzügigen Entfernung des Gewächses erfolgen um sicher alle Krebszellen zu entfernen. In diesen Fällen kann durch spezielle chirurgische Techniken (Lappenplastiken) ein Verschluss der Haut erfolgen.

Chemotherapie

Gewisse Tumore können nicht einfach chirurgisch entfernt werden. Dies kann am systemischen Vorkommen (z.B.: Lymphdrüsenkrebs,  …) oder am Vorliegen von Metastasen liegen. Je nach Tumorart kann hier eine Behandlung mit Chemotherapeutika erfolgen. Das Wort Chemotherapie ist in der Humanmedizin sehr negativ behaftet. Der Unterschied zur Tiermedizin liegt darin, dass hier deutlich geringere Dosen verabreicht werden um die Lebensqualität auch während der Chemotherapie zu erhalten. Weiter ist auch der sichere Umgang mit chemotherapeutischen Substanzen wichtig. Hierfür stehen in der Tierklinik St. Pölten spezielle Einrichtungen zur Verfügung.

Bestrahlung

Bei Tumoren, welche nicht chirurgisch entfernt (Hypophysentumor) und auch nicht gut mit einer Chemotherapie behandelt werden können, besteht die Möglichkeit zur Bestrahlung. Die ausreichende Vorabklärung ist dabei entscheidend um im Anschluss die richtige Therapie empfehlen zu können.